24.05.2020

Interview: Dr. Iris Brokamp, Rechtsanwältin & Business- und Management-Coach @ LegalFit

Die CLP - Interviewreihe geht in die zweite Runde: Nach dem erfolgreichen Auftakt mit über zehn Experten aus der Rechtsbranche, die ihre ganz persönlichen Erfolgstipps für eine erfolgreiche juristische Karriere verraten haben, werden diesmal zehn Juristen zu Wort kommen, die coachen - Legal Coaches, die aus sehr unterschiedlichen Gründen sich Zusatzkompetenzen mit einer professionellen Coachingausbildung erworben haben.

CLP hat diese Legal Coaches in sehr unterschiedlichen Positionen dazu befragt, was sie dazu bewogen hat und wie Coaching ihre berufliche Laufbahn maßgeblich beeinflusst hat. 

Frau Dr. Brokamp, dürfen wir Sie bitten, sich kurz selbst vorzustellen?

Ich war Rechtsanwältin in zwei mittelständischen Kanzleien in Bremen, danach verantwortete Business Development & Legal Marketing bei Großkanzleien in Brüssel, Frankfurt/Main und Hamburg.

Mein Schwerpunkt ist die Unterstützung von Rechtsanwälten bei der beruflichen und persönlichen Entwicklung. Auf der einen Seite trainiere ich mit den Kollegen Hard Skills wie Akquise, Präsentationstechniken und Kanzleimarketing. Auf der anderen Seite coache ich Anwälte bei der Entwicklung ihrer Soft Skills in ganz berufsrelevanten Feldern. Hierzu gehören Coachings zu Teamkommunikation, Leadership und Karriere.

Im Laufe der letzten fast 20 Jahre habe ich sowohl als Rechtsanwältin als auch im BD & Marketing Staff gearbeitet und bin mit Großkanzleien und auch mittelständischen Einheiten vertraut. Dies verleiht mir im Bereich Kanzleimarketing und ganz besonders bei Coachings eine hohe Glaubwürdigkeit bei allen Beteiligten. Ich kenne die täglichen Herausforderungen, mit denen Anwälte und ihre Teams sich herumschlagen, gut und helfe, diese zu meistern und Probleme zu lösen. Darüber hinaus gebe ich Impulse für Kanzleientwicklung und strategische Fragen. Vertraulichkeit ist bei meiner Arbeit immer oberstes Gebot.

Ich lebe mit meinem Mann in Bremen direkt am Bürgerpark, und als echtes Nordlicht gehe ich, wann immer möglich, Inlineskaten auf dem Deich und Segeln auf der Ostsee.

1.Wann haben Sie sich zum ersten Mal mit Coaching beschäftigt und warum? Haben Sie Coaching als Klient kennengelernt?

In meiner letzten Station als Head of Business Development und Marketing in Hamburg fiel mir auf, dass sowohl Partner als auch Associates mich immer mal wieder aufsuchten und um meine Meinung fragten zu verschiedenen beruflichen Themen, und in den allermeisten Fällen ergaben sich durch diese Gespräche neue Perspektiven. Eine Partnerin riet mir daraufhin dazu, mein Portfolio zu erweitern und eine Coaching-Ausbildung zu beginnen. Sehr gute Entscheidung – nie bereut.

Coaching als Klient habe ich eigentlich erst während meiner Ausbildung kennengelernt. Verschiedene Coaching-Tools an mir selbst zu testen hat mir immer wieder vor Augen geführt, was für ein mächtiges und großartiges Instrument Coaching sein kann, wenn man mit einem guten Coach zu tun hat.

2. Was hat Sie daran besonders fasziniert? Worin sehen Sie gerade für Juristen den Mehrwert beim Coaching?

Besonders faszinierend an Coaching finde ich die Tatsache, dass mit den passenden Fragen seitens des Coaches ein Coachee die Entwicklung der Problemlösung selbst bestimmt. Der Coach fungiert nicht als bloßer Berater, sondern hilft seinem Klienten, das bestmögliche Lösungsszenario für sich zu erarbeiten. Manchmal können hierdurch mit einigen wenigen Stellschrauben Situationen verändert werden, die auf den ersten Blick furchtbar kompliziert und festgefahren aussahen. 

Juristen arbeiten in einer extrem kompetitiven und schnelllebigen Welt; die Konkurrenz ist groß. Juristen sind für ihre Mandanten ständig als Problemlöser unterwegs aber verlieren häufig den Blick für das eigene Umfeld. Gerade in diesem Bereich ist wichtig, jemanden ins Boot zu holen, der sich mit branchentypischen Fragen auskennt und einen unvoreingenommenen Blick von außen mitbringt.

3. Wie setzen Sie Coaching heute in ihrer beruflichen und/oder privaten Situation ein? Wie und in welchem Umfang wird aus Ihrer Erfahrung Coaching heute bei Juristen eingesetzt?

In erster Linie arbeite ich an konkreten Fragestellungen mit Anwälten und ihren Teams, des Weiteren im Bereich Karrierecoaching sowie Leadership.

Das Bewusstsein für Coaching hat sich im Anwaltsbereich zwar langsam, aber dafür stetig entwickelt. Immer mehr Kollegen wissen die Arbeit von Coaches zu schätzen und sehen auch eine Notwendigkeit. Nichtsdestotrotz ist noch immer viel Luft nach oben in diesem Bereich. Die Anfragen kommen sowohl vom Fragestellenden selbst als teilweise auch von Dritten, die sich ein Coaching für einen Kollegen bzw. ein Team vorstellen können.

4. Ihr ganz persönlicher Erfolgstipp:

Authentisch sein und echtes Interesse am Klienten haben. Und sich ehrlich freuen, wenn der Klient am Schluss sagt „Frau Brokamp, seit Sie bei uns waren, habe ich wieder richtig Freude daran, zur Arbeit zu gehen. Und ich glaube, den Mitarbeitern geht es genauso.“ (echtes Zitat)

Vielen herzlichen Dank.

SIe finden Dr. Iris Brokamp auf LinkedIn.

Lesen Sie hier die gesamte Interviewreihe inklusive der ersten Runde.

Lernen Sie hier weitere zehn Legal Coaches aus dem internationalen Umfeld kennen.

Hier geht´s zur Legal Coaching Ausbildung der CLP-Academy.

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