02.09.2020

Interview: Theresia Bohl, Kanzleimanagerin & Wirtschaftsmediatorin @ tb-kama

Als Ergänzung zu unserer Rezensionreihe dürfen wir Ihnen einige der Autoren zusätzlich in unserer CLP-Interviewreihe vorstellen. Sie geben zusätzliche Einblicke in und interessante Hintergrundinformationen zu ihren Bücher, erzählen aus ihrem Berufsalltag und verraten wie immer in der CLP-Interviewreihe ihre ganz persönlichen Erfolgstipps!

Wir von CLP freuen uns, einige der Autoren persönlich vorstellen zu können. Den Anfang macht Theresia Bohl von tb-Kama, die das Buch "Erstmal Kaffee. Typischer Kanzleialltag." geschrieben hat:

Frau Bohl, dürfen wir Sie bitten, sich kurz selbst vorzustellen?

Ich heiße Theresia Bohl und komme aus Hamburg. Ich habe den Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten gelernt und anschließend eine Weiterbildung zur Rechtsfachwirtin gemacht. Abschließend absolvierte ich noch eine Weiterbildung im Bereich Wirtschaftsmediation. Ich bin seit 15 Jahren in Kanzleien und für Rechtsanwälte tätig und war auch für 4 Jahre in einem großen Verlagshaus in der Rechtsabteilung beschäftigt.

Im Jahr 2015 habe ich mich entschlossen mich selbstständig zu machen, um flexibel für Urlaubs- und Krankheitsvertretungen, Projektunterstützung und etwaigen Kapazitätsengpässen in Kanzleien einzuspringen. Das ist bis heute mein Geschäft, das sich aber auch in die Richtung der Strukturverbesserungen für Arbeitsprozesse in der Assistenz, Einarbeitungsthemen sowie Konfliktlösungen entwickelt hat. Mich begleitet aber auch der Bereich „Virtuelle Assistenz“ und bin somit nicht nur Assistenz vor Ort, sondern auch flexibel digital für Rechtsanwälte tätig. Ich decke allen Themen ab, die eine Assistenz mitbringen muss.

In meiner Freizeit reise ich gerne und genieße jede Form von Meer und Erholung. In meiner Wahlheimat Hamburg fühle ich mich sehr wohl und genieße Spaziergänge um die Alster, den Stadtpark und bin immer für schöne Restaurant- und Barbesuche mit Freunden und Familie zu haben.

1.Wann haben Sie sich zum ersten Mal mit dem Gedanken beschäftig, ein Buch zu schreiben und warum?

Den Gedanken ein Buch zu schreiben, habe ich eigentlich schon immer im Kopf. Ich wusste nur nie, wann ich es umsetzen kann bzw. wie und welche Themen. Zeitlich ist man dann auch oft eingeschränkt.

Die Corona-Zeit hat mir aber gezeigt, dass man trotz Ausfällen positiv nach vorne schauen muss. Für mich war diese Zeit auch gewonnene Zeit. Ich war noch nie so kreativ, produktiv und voller Tatendrang wie in dieser Situation. Schließlich ist dies ja auch  meine Existenz. Also wollte ich die Zeit nicht absitzen, sondern sinnvoll nutzen, also schrieb ich das Buch in einer Ausfallzeit von drei Wochen.

Ich habe das große Glück frei in meiner beruflichen Tätigkeit zu sein und wollte somit neue Projekte schaffen und zeigen, was alles möglich sein kann, meine Selbstständigkeit nochmal auf ein anderes neues Level heben. Ich habe schon immer Spaß am Schreiben gehabt. Das bedeutet für mich Freiheit, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Zudem haben tatsächlich Kollegen und Kolleginnen mir empfohlen, meine kleinen Geschichten mit Humor aufzuschreiben, da ich tagtäglich das Leben in der Kanzlei beobachten darf und immer einen witzigen und positiven Spruch übrig habe.

Ich gebe gerne weiter, was ich denke, aber vor allem das Wissen, mit dem ich eventuell einigen Menschen helfen kann. Egal in welcher Hinsicht, ob menschlich oder fachlich. Ich war schon immer der Mensch, der nach Lösungen sucht und auch gerne vermittelt. Wenn es am Ende für die Person zu Erfolg führt und vielleicht auch nur ein kleines Problem behoben ist, macht mich das glücklich und zeigt mir, dass meine Arbeit Wirkung zeigt und ich alles richtig mache. Im Umkehrschluss bedeutet das für mich, dass ich dafür auch ganz viele positive Dinge und Wertschätzung zurückerhalte. Win-win-Situation. Meine Definition von Glück.

2. Was hat Sie an dem Thema besonders fasziniert? Was macht das Buch besonders?

„Erstmal Kaffee.“ macht besonders, dass es kein typischer Ratgeber ist. Man findet überall zwischen den Zeilen, aber auch mit direkten Hinweisen kleine Tipps und Tricks, sowohl fachlich als auch menschlich. Es beschreibt Alltagssituationen als Assistenz in der Kanzlei. Ich denke aber, dass auch Anwälte sich darin wiederfinden können und beide Seiten über so manche Situationen schmunzeln werden und somit auch darüber nachdenken, was sie besser machen könnten.

Dabei spricht die Hauptperson „Amelie“ des Buches sehr umgangssprachlich, direkt und offen über alles was sie denkt. Vom ersten Tag in der Kanzlei über die Einarbeitung bis hin zu den üblichen Alltagssituationen, positive sowie negative Gedanken und Gefühle, die eben auch zum beruflichen Alltag gehören. Vielen ist gar nicht bewusst, welch kleine einfachen Dinge eine so große Wirkung haben und was das in uns auslöst. Das Buch wirkt sehr einfach geschrieben, ist aber voller Werte.

Auch Personen aus dem nichtjuristischen Bereich können das Buch verstehen. Ich verwende keine großartigen Fachbegriffe. Die Themen in der Kanzlei sind umfangreich und vielseitig. Es sind längst nicht alle Situationen und Probleme in dem Buch benannt. Mein Ziel ist es lediglich, Denkansätze zu schaffen und Sicht- und Arbeitsweisen vielleicht noch einmal zu durchleuchten. Weshalb entstehen Probleme? Ich möchte mitteilen, dass wir nicht alleine mit vielen Situationen sind, Verständnis zeigen und vor allem, dass unser Beruf nicht nur die organisatorische übliche Assistenz ist, sondern wir täglich in viele verschiedene Rollen schlüpfen, um den ganzen Tag zu meistern, was uns umtreibt und wie viel mittlerweile geleistet werden muss.

Ich glaube wir retten unseren Chefs täglich das Leben! :-D Die kleinen Heldinnen und Helden des Alltags!

3. Wie setzen Sie Ihre Erfahrungen und das Buch heute in ihrer beruflichen und/oder privaten Situation ein? Gibt es weitere Pläne?

Privat sowie beruflich merke ich häufig, dass ich viele Kommunikationsregeln anwende, die auch im Buch immer mal wieder erscheinen. Für mich funktionieren Aufgaben und Kommunikation nur zusammen. Das eine schließt das andere nicht aus und nur gemeinsam können Arbeitsaufträge effizient gelöst werden. Ich sage immer, dass ich als Assistenz gleichzeitig Berater, Kummerkasten und Lösungslieferant für schwierige Aufgaben bin und damit für meinen Auftraggeber das perfekte Gesamtpaket schnüren möchte. Meine Meinung ist, dass man die unterschiedlichen Persönlichkeiten und Arbeitsweisen respektiert, lernt richtig zu kommunizieren und in verzwickten Situationen gleichzeitig helfen kann. Das soll mein Buch in humorvollen Anekdoten transportieren.

Weitere Pläne in Richtung Autorentätigkeit sind, dass ich gerne das Thema Kommunikation genauer betrachten möchte und mehr Tiefe in einige fachliche Bereiche reinbringen möchte. Das wird dann aber sicher ein etwas längeres Projekt. Neben meiner Arbeit in den Kanzleien vor Ort möchte ich in Bezug auf meine Selbstständigkeit immer mehr den Schritt in die Digitalisierung finden.

Virtuelle Assistenz ist auch in Kanzleien möglich, das hat diese Zeit gezeigt und Anwälte, die ich damit gewinnen konnte, finden es super. Ich möchte für meine bestehenden Kanzleien, aber auch hoffentlich vielen neuen Kunden meine Arbeit flexibel und von jedem Ort dieser Welt anbieten und gestalten können ohne Absagen verteilen zu müssen und den tatsächlichen Zeitaufwand besser zu kalkulieren.

Das ist mein Traum!

4. Ihr ganz persönlicher Erfolgstipp:

Regelmäßig neue Ziele setzen und Aufgeben ist keine Option! Ich habe nie Zweifel an meiner Tätigkeit und an mir selbst, weil ich weiß, was ich kann. Selbstvertrauen ist so wichtig. Es gibt immer schwierige Zeiten, aber diese zeigen einem nur auf, was man besser machen kann und sich nach vorne entwickeln muss. In solch Zeiten entstehen die besten Ideen. Ich lasse Zweifler und Pessimisten immer hinter mir und lasse mich nicht vom Weg abbringen.

Mein Erfolgstipp lautet immer: Positive Vibes!

Vielen herzlichen Dank.

Kennen Sie schon die CLP-Rezension zu ihrem Buch? Hören Sie Theresia Bohl auch im Podcast mit Sina Töpfer!

Sie finden Theresia Bohl bei tb-kama.

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