24.10.2020

Interview: Dr. Christina-Maria Leeb, Deutschland

CLP begleitet seit Jahren Kolleginnen und Kollegen aus sehr unterschiedlichen Bereichen der Rechtsbranche auf ihrem beruflichen Weg zum Erfolg. In dieser dritten Interviewreihe wird es darum gehen, wie vielfältig sich Anwaltspersönlichkeiten aus ganz Europa in und neben ihrem Beruf engagieren. Und natürlich haben wir Sie auch wieder nach ihrem ganz persönlichen Erfolgsgeheimnis gefragt!

Die CLP - Interviewreihe geht in die dritte Runde: Nach der Expertenrunde sowie den Legal-Coaches geht es nun in erster Linie um besonderes Engagement in und neben dem Anwaltsberuf. Einige von ihnen sind für dieses Engagement bereits mit Preisen geehrt worden; in jedem Falle aber sind alle Kolleginnen und Kollegen in diesem Kreis sehr erfolgreich in dem, was sie tun. Das mag an der mitreißenden Leidenschaft liegen, mit der sie sich für ihre Sache engagieren. Oder an ihrem persönlichen Erfolgsrezept, was sie uns jeweils am Ende verraten.

Frau Dr. Leeb, darf ich Sie bitten sich kurz selbst vorzustellen?

Nach meinem Studium der Rechtswissenschaften war ich von 2016 bis 2018 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sicherheits- und Internetrecht bei Prof. Dr. Dirk Heckmann an der Universität Passau beschäftigt.

Meine Dissertation ist im September 2019 unter dem Titel „Digitalisierung, Legal Technology und Innovation – Der maßgebliche Rechtsrahmen für und die Anforderungen an den Rechtsanwalt in der Informationstechnologiegesellschaft“ im Duncker & Humblot Verlag erschienen. Es geht darin vor allem um die berufsrechtlichen Aspekte von Legal Tech. Auch im Übrigen habe ich bereits vielfach zu Fragen des IT-, Urheber-, Medien- und Datenschutzrechts publiziert und zahlreiche Vorträge gehalten.

Im September 2018 wurde ich von Hogan Lovells, BRYTER und dem Legal Tech-Blog als „Woman of Legal Tech 2018“ ausgezeichnet. Im Juni 2019 erfolgte die Aufnahme in das Talentprogramm „Bayerns Frauen in Digitalberufen (BayFiD)“ als eine von 50 Frauen in Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Digitales.

Derzeit unterstütze ich als Wissenschaftliche Mitarbeiterin die Praxisgruppe IT, IP und Medienrecht der HEUSSEN Rechtsanwaltsgesellschaft in München. Dort gehöre ich außerdem seit Oktober 2019 als Analyst Digital Business Development dem Team „Digitalisierung & Legal Tech“ an.

Ab dem Wintersemester 2020/2021 begleite ich als Lehrende den neu geschaffenen Masterstudiengang Legal Tech (LL.M.) an der Universität Regensburg.

Privat lebe ich in Passau und unternehme in meiner Freizeit sehr gerne sportliche Aktivitäten wie Bodyworkouts und Laufen.

1. Was bedeutet es Ihnen, sich für Legal Tech zu engagieren?

Sehr viel. Mich fasziniert dieses Thema einfach schon seit geraumer Zeit und ich entdecke immer wieder neue Facetten. Gerade in Kombination mit der Zuarbeit zu klassischer juristischer Tätigkeit in der Kanzlei - bei mir vor allem im Bereich des IT-Rechts - mag ich dabei auch die Abwechslung sehr. Legal Tech kann ebenfalls sehr praxisnah sein, aber ermöglicht auch die Auseinandersetzung mit zahlreichen (rechts-)theoretischen Fragen bzw. macht dies sogar erforderlich. Ich bezeichne das immer gerne als den Wechsel von der Frosch- in die Vogelperspektive und zurück.

2. Wann haben Sie sich zum ersten Mal damit beschäftigt und warum?

Das war in 2016, sogar noch vor meiner Beschäftigung mit der Dissertation. Ich durfte in unserer Kanzlei einem Partner zuarbeiten, der sich im Rahmen eines Festschrift-Beitrages mit dem Schutzbereich des RDG auseinandergesetzt hat, dies im Zusammenhang mit einem Legal Tech-Unternehmen.

3. Wie wählen Sie Ihre Themen aus?

Nach persönlichem Interesse, aber unter Berücksichtigung meiner eigenen, derzeitigen Positionierung. 

4. Wer ist Ihr Publikum und wo kann man Sie sonst noch sehen?

Das ist bei Vorträgen und Podcasts erfreulicherweise ganz unterschiedlich: mal Kolleginnen und Kollegen, mal Interessierte aus der Öffentlichkeit und mal Studierende. Darüber hinaus bin ich auf LinkedIn aktiv. Unter dem Namen „lawfluencerin“ findet man mich außerdem auf Twitter und Instagram. Wer sich für meine bisherigen Veröffentlichungen und Vorträge interessiert, kann gerne meine Homepage besuchen.

5. Worin sehen Sie gerade für Juristen den Mehrwert sich zusätzlich zum anspruchsvollen Beruf (und Ausbildung) so leidenschaftlich zu engagieren?

Meines Erachtens geht es hierbei um die grundsätzliche Frage, ob ich mit meinen Themen in die Sichtbarkeit gehen möchte. Für mich persönlich bringt das neben großer Freude auch mit sich, dass ich mir über die Jahre hinweg - auch mithilfe der sozialen Netzwerke - schon früh ein großes Netzwerk aufbauen konnte. Das sehe ich als großes Geschenk an und liebe den länderübergreifenden Austausch mit Kolleginnen und Kollegen aus ganz unterschiedlichen Bereichen.

6. Wer unterstützt Sie dabei bzw. mit arbeiten Sie dabei am Liebsten zusammen?

Hierbei ist in erster Linie natürlich HEUSSEN zu nennen und die dortigen Kolleginnen und Kollegen aus meinem Team. Ansonsten arbeite ich mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen zusammen und es kommen auch immer wieder neue hinzu, das kommt ganz auf das konkrete Projekt an. Das empfinde ich als sehr bereichernd.

7. Ihr ganz persönlicher Erfolgstipp:

Andere unterstützen, ohne immer gleich eine Gegenleistung zu erwarten.

Denn: Support ist kein Mord.

Vielen herzlichen Dank.

Freuen Sie sich auf weitere außergewöhnlichen Persönlichkeiten und lassen Sie sich inspirieren!

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